Gepostet: 12.08.2019

Rechtsanwälte . Fachanwälte Saß & Liskewitsch

GUTACHTEN auch dann, wenn ein Kostenvoranschlag bei der Versicherung vorlag und sogar die RKÜ schon das ist !!!

Das Amtsgericht Halle (Saale) macht klar:

Die Erforderlichkeit (eines Gutachtens) ist nicht deshalb zu verneinen, weil zum Zeitpunkt der Einholung des Sachverständigengutachtens bereits

1. ein Kostenvoranschlag vorlag sowie

2. eine Reparaturkostenübernahme

durch die Beklagte (*Versicherung*) erklärt wurde.

Ein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht aus § 254 BGB ist nicht gegeben.

Der Geschädigte durfte auf das zu Beweissicherungszwecken qualitativ höherwertige Mittel (im Gegensatz zum Kostenvoranschlag) des Sachverständigengutachtens zurückgreifen.

Die Beweissicherung ist nämlich gerade Zweck eines solchen Gutachtens, wohingegen ein Kostenvoranschlag vielmehr eine bloße Kostenkalkulation … darstellt. Aus diesem Grund enthält eine Sachverständigengutachten nicht nur die an einem Fahrzeug vorzunehmenden Reparaturen und dafür veranschlagten Reparaturkosten, sondern auch Angaben zu Altschäden und zur Reparaturdauer. Des Weiteren nimmt das Gutachten Stellung zu einer eventuellen merkantilen Wertminderung … Dass eine solche Wertminderung vorliegend nicht gegeben ist, konnte der Geschädigte zum Zeitpunkt der Eignung des Gutachtens nicht wissen. Auch enthält das Gutachten Angaben ...

zitiert aus AG Halle (Saale), Urteil vom 12.06.2019, 102 C 311/19
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